Von der sprichwörtlichen „Hamburger Kaufmannsehre“, die auf Ehrlichkeit, Verlässlichkeit und Verantwortung basiert, ist scheinbar nicht mehr viel übrig.
Die insgesamt 23% der Wahlberechtigten, die am gestrigen Sonntag der Volksinitiative „Hamburger Zukunftsentscheid“ zum knappen Gewinn des zugehörigen Volksentscheides verholfen haben, werden sich ob der ganz konkreten Auswirkungen ihres Abstimmungsverhaltens noch wundern.
Das Vorziehen der Klimaneutralität der Hansestadt vom utopischen Jahr 2045 auf das noch viel realitätsfremdere Jahr 2040 wird zu deutlichen Verwerfungen in der Stadtgesellschaft führen, wie es die Zeitung mit den großen Buchstaben berichtet.
Konkret bedeutet das Votum:
„Bis 2040 müssen laut Gutachten alle Gas- und Ölkessel in Wohn- und Nichtwohngebäuden ausgetauscht werden, mit gleichzeitiger Stilllegung des gesamten Gasnetzes. Es besteht Sanierungspflicht für alle Vermieter und Hauseigentümer. (Wohnen wird also noch teurer.)
Für Autos in der gesamten Stadt Tempo 30, gleichzeitig „deutliche Reduktion des PKW-Verkehrs“.
Die Betriebe müssen Erdgas und weitere Brennstoffe vollständig durch Wasserstoff bzw. E-Fuels ersetzen. Problem: Die stehen derzeit noch nicht zur Verfügung! Eine Katastrophe für Deutschlands größte Industrie-Stadt, tausende Jobs stehen auf dem Spiel.
Die Wohnungswirtschaft sagt erhebliche Mietsteigerungen voraus, allein die Saga benötigt 1,5 Milliarden Euro.“ [1]
Und das alles vor dem Hintergrund, dass Hamburg aktuell 0,001 Prozent zu den globalen CO2-Emissionen beiträgt. [2]
Andererseits müssen wir den Hamburgern meiner Ansicht nach ausdrücklich dankbar sein; haben sie doch ihr Bundesland, das bisher noch als Nettozahler zum Länderfinanzausgleich beiträgt, ganz demokratisch als Anschauungsobjekt für den Rest der Republik, Europa und der Welt auserkoren.
Denn auch aus Negativbeispielen kann man bekanntlich viel lernen, liebe Freunde.
Ihr/Euer
Heiko Scholz
Alles fürs Klima!
13. Oktober 2025